In der Sitzung vom 26. Juni entscheidet sich der Neustifter Gemeinderat gegen den Abschluss eines Options- und Dienstbarkeitsvertrags mit der Goldsutten GmbH, welcher die Überspannung des Grundstücks der Gemeindeguts-Agrargemeinschaft erlaubt hätte. Im Vorfeld wurde das Thema kontrovers diskutiert und bereits im Wahlkampf 2016 hat sich die Gemeinschaftsliste klar gegen das Projekt positioniert. Umso mehr freut es uns, dass der Großteil der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen dieses Projekt ebenso kritisch betrachtet und in Frage gestellt hat!

Bei der Gemeinderatssitzung bewarben Martin Pittl, Geschäftsführer der Goldsutten GmbH, sowie Roland Volderauer, Geschäftsführer des TVB Stubai, den Bau Zubringerbahn, konnten die Mehrheit des Gemeinderats aber nicht mehr überzeugen. Mit 8 Gegenstimmen und einer Enthaltung positionierte sich dieser gegen die Umsetzung des Projekts.

Artikel zum Thema "Zubringerbahn Schlick 2000" im Bezirksblatt (13. 06. 2018)

Nicht nur wir von der Gemeinschaftsliste sehen den Bau der Zubringerbahn kritisch. Aus mehreren Richtungen innerhalb der Stubaier Bevölkerung werden Stimmen gegen dieses Projekt laut.

Lesen Sie mehr dazu auf meinbezirk.at (Beitrag vom 13.06.2018).

TT-Artikel "Zubringerbahn Schlick 2000" (15. 11. 2017)

In der Tiroler Tageszeitung vom 15.11.2017 wird mit großer Euphorie die anscheinend vorliegende Zustimmung der Grundeigentümer für die Talstation einer möglichen Zubringerbahn in die Schlick verkündet.

Wir stellen uns dazu 6 weit weniger euphorische – dafür aber realistische – Fragen:
  • Welchen Mehrwert bringt eine Zubringerbahn ohne Talabfahrt für die Skigäste?
  • Macht ein Schiweg - mehr ist es nicht, da kein wesentlicher Zugewinn an Schiflächen erfolgt - durch die Goldsutten nach Kaserstatt den Tourismusort Neustift tatsächlich attraktiver?
  • Wollen wir, dass der Blick taleinwärts fahrender Gäste auf unser Dorf mit dem Gletscher im Hintergrund durch eine Talstation mit Parkplätzen/Parkhäusern beeinträchtigt wird?
  • Gibt es im Stubaital und speziell in Neustift kein einziges Projekt, für welches die vom TVB Stubai veranschlagten 9 Mio. EUR (Beiträge der Tourismusbetriebe) sinnvoller und nachhaltiger verwendet werden können?
  • Kann es sich ein Tourismusort wie Neustift leisten, eine teure Zubringerbahn ohne Talabfahrt zu errichten, wo gleichzeitig dringend finanzielle Mittel für die Erneuerung/Umgestaltung des Freizeitzentrums als Veranstaltungs- und Tourismuszentrum benötigt werden?
  • Hat es sich die Neustifter und Stubaier Bevölkerung nicht verdient, dass große Projekte zukunftsorientiert und nachhaltig sind?


Für uns als Gemeinschaftsliste sind die Antworten klar – die Zubringerbahn können wir nicht befürworten!



Welche Einflussmöglichkeit hat die Gemeinde Neustift bei der geplanten Zubringerbahn?
Die vorgesehene Trassierung führt über ein im Eigentum der Gemeindegutsagrargemeinschaft Neustift stehendes Grundstück. Die Gemeinde Neustift ist somit zwar nicht Grundeigentümer, für die Einräumung eines Servitutes ist jedoch die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich. Auf diese Art und Weise ist das Mitspracherecht der Gemeinde gesichert! Wir gehen davon aus, dass die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen die Auswirkungen auf unser Dorf ernsthaft und objektiv bedenken. Falls eine Entscheidung des Gemeinderats notwendig wird, so lässt eine verantwortungsvolle Politik – so wie wir sie verstehen - im Sinne der Neustifterinnen und Neustifter nichts anderes als eine Ablehnung dieses Projekts zu.

Der „Brückenschlag Schlick - Axamer Lizum“ ist aufgrund der klaren Aussagen der Landespolitik nicht umsetzbar. Deshalb sehen wir in der Errichtung einer Zubringerbahn Neustift-Schlick keinen Zusatznutzen für Tourismus oder Gemeinde. Stattdessen sollten wir uns gemeinsam mit dem Tourismusverband auf zukünftige Tourismusprojekte beispielsweise Erweiterung Elfer bzw. Schneesicherheit für die Loipen fokussieren.